Welche Magento-Edition brauchen Sie?

Community oder Enterprise Edition? Wir schaffen Klarheit.

Magento - Vergleich der Editionen

Sie haben von der Magento E-Commerce Suite gehört und planen allenfalls, diese sogar selbst in Ihrem E-Commerce-Projekt einzusetzen? Nun gibt es aber verschiedene Editionen, von CHF 0.- bis USD 15’550.- pro Jahr.
Was sind die Unterschiede? Wieso und wofür sollte man CHF 15k pro Jahr ausgeben wollen? Welches sind die wesentlichen Merkmale der Community und Enterprise Editionen? Und was nützt das Magento Full Page Caching? Alle Antworten dazu finden Sie in diesem Beitrag.

Sie wählen Magento. Prima.

Für state-of-the-art-E-Commerce-Lösungen empfehlen wir meistens die E-Commerce Suite Magento – ein beeindruckendes Werkzeug wenn Sie ernsthaft E-Commerce betreiben wollen. Fast immer setzen wir für unsere Kundinnen und Kunden die Community Edition (CE) ein, weil die jährlichen rund USD 15’000.- der Enterprise Edition (EE) meist Abschreckung genug sind. Es wird der Preis verglichen – und schwups, sind die Würfel gefallen. Da hat die EE natürlich keine Chance – wieso aber wird sie dennoch gekauft?

In diesem Beitrag finden Sie keine allgemeine Antwort, aber eine Vielzahl an Unterscheidungen und Merkmalen der einzelnen Editionen, mit denen Sie für sich herausfinden können, mit welcher Edition Sie in die Zukunft des E-Commerce‚ starten sollten.

Wer ist eigentlich Magento?

Varien war eine durchschnittlich grosse Software-Schmiede, die neben klassischen Web-Projekten auch immer wieder E-Commerce-Projekte realisierte und dabei das Produkt Magento erfand. Durch den Erfolg änderten sie die Strategie und setzten ganz auf Produktentwicklung. Aus Varien wurde die Magento Inc., die heute der eBay Inc. gehört und damit nicht nur eine spannende Vergangenheit aufweist, sondern auch eine noch spannendere Zukunft.

eBay ist ein global führendes Unternehmen im E-Commerce– und Technologie-Bereich. eBay hat aber nicht nur Magento gekauft, sondern ist auch im Besitz anderer wertvoller Brands wie z.B. PayPal oder GSI Commerce.

magentocommerce.com

Übersicht über die Editionen

Die Magento-Editionen haben sich in den vergangenen Jahren in Bezug auf die Anzahl und Namensgebung immer wieder leicht verändert. Aktuell werden die folgenden Editionen angeboten:

  • Magento Community Edition (CE)
    Die von uns am meisten eingesetzte, kostenlose Version. In diesem Beitrag wird insbesondere diese Edition mit der Enterprise Edition verglichen. Magento selbst beschreibt das anvisierte Zielpublikum wie folgt: Open-source software for develepors & tech-savvy merchants.
  • Magento Go
    Diese Version ist eher für erste Gehversuche und sehr kleine Geschäfte gedacht. Es handelt sich um eine von Magento gehostete Version, die es ab USD 15.-/Monat zu kaufen gibt. Zielgruppe gemäss Magento: Hosted solution for small businesses. insign setzt diese Version für Individualprojekte nicht ein, da ein Zugang zum Code und entsprechende Anpassungen nicht möglich sind.

Community vs. Enterprise Edition

  • Magento Enterprise Edition (EE)
    Es ist die Enterprise Edition, welche wir in diesem Artikel der Community Edition gegenüber stellen. Den einen Unterschied der USD 15’000.-/Jahr hatten wir schon erwähnt, dennoch hat auch diese Version ihre Berechtigung. Wir gehen hier detailliert auf die Unterschiede ein und führen eine markante Differenz im Detail aus. Gemäss Magento ist die EE wie folgt zu verstehen: Enterprise-class features, performance & support.
  • Magento Enterprise Edition Premium
    Auch hierzu finden Sie in diesem Artikel noch ein paar Hinweise, doch unterscheidet sich die Premium Edition nur geringfügig im Rahmen der Soft Factors von der EE, namentlich im Support und den Zusatzleistungen. Bei der Premium Edition darf man sogar auf Input zur eigenen E-Commerce-Strategie aus dem Hause Magento zählen.
    Doch wer will das schon, Sie haben ja uns!

Magento: Compare Products

Gleichheiten

Klar, wir könnten gleich mit den Unterschieden starten, doch haben die Community Edition (CE) und die Enterprise Edition (EE) auch ein paar Dinge, die genau gleich sind, namentlich:

  • Core
    Beide Editionen nutzen den genau gleichen Kern der Software. Nicht einen ähnlichen, sondern den gleichen. Das code-mässige Herzstück der E-Commerce Suite ist also in beiden Editionen identisch. Stellen Sie es sich so vor: Die Community Edition ist die Basis der Enterprise Edition.
  • aber: Core-Anpassungen
    Nicht unwesentlich: Im Enterprise Edition Deal wird klar vereinbart, dass man dann, wenn man Änderungen am Core vornimmt, alle Garantien und Gewährleistungen verliert. Dies ist bei USD 15’000.-/Jahr ein Thema, denn bei der EE hat man im Gegensatz zur CE interessante Garantieleistungen zu Gute, die weiter unten genauer beschrieben werden (Kapitel Gewährleistung).
    Für die Community Edition gibt’s keine Garantien, daher stört’s auch niemanden, wenn man da fröhlich Anpassungen vornimmt. Ausser vielleicht Sie selbst, wenn zu forsche Anpassungen die künftige Releasefähigkeit des Magento-Kerns verhindern.

Zugegeben, eine kurze Liste. Doch geht’s ja auch primär um die Unterschiede. Nachfolgend werden daher wichtige Eigenschaften pro Edition gelistet, in denen sie sich eben unterscheiden.

Unterschiede

Community Edition (CE)

Klar, das Budget alleine kann ein Entscheidungskriterium sein. Jedoch eigentlich nur dann, wenn es wirklich kaum ein vorhandenes Budget gibt. Ansonsten muss unter Berücksichtigung der detaillierten Anforderungen der Break Even ermittelt werden, der vielleicht den Einsatz der Enterprise Edition eher empfiehlt.

Gut, gratis ist abgehakt. Schauen wir aber noch genauer hin:

  • Setup
    Dieses ist ziemlich einfach und kann gut auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Das Basis-Paket kommt mit weniger integrierten Funktionen als die Enterprise Edition.

  • integrierte Erweiterungen
    Ganz ohne kommt aber auch die Community Edition nicht daher: Es gibt coole Features fürs Engagement mit dem User und die Follow-up-Pflege: Newsletter (der zwar gar rein überhaupt nichts kann, da setzen wir dann doch lieber MailChimp ein und koppeln die beiden Systeme aneinander), Coupons, Wunschzettel und ein paar andere.

  • zusätzliche Erweiterungen
    Für die CE gibt es sicherlich mehr Erweiterungen als für die Enterprise Edition, darunter auch wirklich sehr ausgefeilte, wie beispielsweise die Sweet Tooth Points & Rewards Loyality Extension, mit der fast jede Art von Bonus- oder Rabatt-System abgedeckt werden kann.
    Der Marktplatz für den Erwerb von Extensions heisst Magento Connect und ist auch ein paar Worte wert.

Der Preis ist nicht der einzige Unterschied.

Magento Connect (Marktplatz)

Über Magento Connect können für beide Editionen Erweiterungen gesucht und gefunden werden. Im Unterschied zu den Community Edition-Erweiterungen, bei denen auch wir immer wieder idiotische Applikationen finden, die in keiner Weise funktionieren oder mit Garantie beim nächsten Release den gesamten Shop auf den Kopf stellen, werden die Erweiterungen für die Enterprise Edition von Magento zertifizierten Entwicklern geprüft und ausschliesslich über Magento angeboten. Diese sind darum viel sicherer und stabiler als viele der Community Edition-Erweiterungen.

So sagt es uns das Marketing. Schauen wir noch etwas genauer hin: Viele Entwickler bieten Ihre Module für beide Editionen an, was ja Sinn macht. Damit das funktioniert, müssen die Enterprise Edition-Module derart gut sein, dass sie die Prüfung bestehen. Und natürlich kommt dann der gleiche Code auch den Usern mit Community Edition zu Gute, schliesslich entwickelt der Dev dann nicht extra noch eine fehlerhafte Version. Lesen Sie bei Interesse, was ein Magento-Plug-in-Entwickler dazu schreibt (hier).

Marktwirtschaft eben: Die Entwickler wissen, dass die Shop-Betreiber mit Enterprise Edition mehr zu bezahlen bereit sind und nützen diese Gunst. Und hier macht sich Ihr Lesen ein erstes Mal bezahlt: Sie können fast immer auch die Community Edition-Erweiterungen kaufen und im Enterprise Edition Magento installieren. Funktioniert einwandfrei, kostet aber weniger.

Magento Connect

zurück zu den Unterschieden der CE

  • grundsätzliche Kosten
    Es müsste klar sein, dass der Einsatz von Magento in der Community Edition prinzipiell sehr preiswert ist. Jedenfalls sehr viel preiswerter, als wenn Sie den Shop from scratch neu entwickeln müssten.
  • langsamere Fehlerbehebungen
    Der Hersteller erklärt, dass Core-Fehler immer zuerst für die bezahlende Kundschaft in der Enterprise Edition korrigiert werden, bevor sie dann auch in die Community Edition eingespiesen (via Release Upgrade) werden.

Speed. Jetzt wird’s spannend.

  • Speed
    Im Vergleich zur Enterprise Edition ist die Community Edition langsam. Sie funktioniert bestens für vereinzelte Zugriffe, doch viele gleichzeitige Zugriffe, so genannte concurrent users, zwingen die CE schnell in die Knie.

Das Thema Speed ist zentral, da Ihre Shop-Besucherinnen und Besucher dies viel mehr zu spüren bekommen, als irgendwelche nicht-vorhandenen Zusatz-Features. Wir gehen darum weiter unten etwas differenzierter darauf ein.

Enterprise Edition (EE)

Der offensichtlichste Unterschied sind die USD 15’550.- pro Jahr. Doch für das Geld wird auch einiges geboten, denn die Enterprise Edition besteht grundsätzlich aus den Funktionen der Community-Edition, plus den folgenden Zusätzen:

  • Support
    Im Profi-Paket kommt eine Ladung „Free Professional Customer Support“ mit, die Sie im konkreten Fall eines Projektes mit uns natürlich nicht brauchen. Im Vergleich dazu gibt es verschiedene Foren oder Pinboards für die Fragen der User der Community-Edition. Die Antworten kommen dann meist aus der Community selbst, bei der Enterprise Edition kann man mit Antworten der Magento-Crew rechnen.
    Die Reaktionszeiten im Vergleich zu den Antworten aus der Community sind natürlich meistens länger, und gemeldete Fehler von Enterprise-Benutzern werden im Vergleich zu denen der Community-User prioritär behandelt und fliessen schneller in den Magento-Core ein.
  • Staging
    Für das Testen von Marketing-Aktionen und den Umbau oder die Optimierung des Webshops im Live-Betrieb ist das Staging natürlich unglaublich hilfreich. Einzelne Bereiche können zudem zeitgesteuert verändert werden. Dieser Video gibt einen Überblick über diese Funktionen:


Video auf YouTube ansehen

Kurzer Exkurs zum Full Page Cache

Weitere Unterschiede werden nachfolgend gleich gelistet. Der Wichtigste aber ist wohl der Full Page Cache. Ein Cache ist generell ein Zwischenspeicher, der das Laden einer Weblösung extrem beschleunigt, weil nicht bei jedem Aufruf einer Seite sämtliche Abfragen in der Datenbank in Echtzeit ausgeführt werden müssen. Auf diese Weise wird die Site schneller und der Server Load (die Auslastung des Servers) ist tiefer.

Es kann also eine Lösung im Hintergrund hochkomplex sein und viele Datenbankabfragen bewerkstelligen. Dennoch fühlt es sich an, als ob nur eine statische HTML-Seite geladen werden müsste, wenn ein Caching eingesetzt wird und richtig funktioniert.

Damit Sie beurteilen können, ob das für Ihr Magento-Projekt von Relevanz ist, braucht es einen genaueren Blick auf die Unterschiede mit und ohne Full Page Caching. Lassen Sie mich daher hier einen Performance Test vom August 2010 zitieren, bei dem die beiden Editionen gegeneinander antreten mussten.

Jetzt müssen beide Editionen dann gleich so richtig intensiv arbeiten.

Zur Testumgebung: Es war kein Server im Einsatz, sondern ein normaler Heim-PC. Es ist daher anzunehmen, dass bei einem anständigen Hosting noch etwas bessere Zahlen erwartet werden könnten. Die Spezifikation des Heim-PCs war:

– CPU 3.16 GHz, Core 2 Duo E6500
– 4 GB RAM DDR2
– SATA HDD Drives (2)
– OS: 64X Debian 5 Lenny Linux

Magento wurde dafür in einer klassischen LAMP-Umgebung eingerichtet, wie dies auch bei uns üblich ist (Linux, Apache, MySQL, PHP). Dabei wurde für die ersten Tests die Standard-Installation des Webservers belassen.

Für den Test wurde die Software Siege in der Version 2.69 eingesetzt. Eine Anfrage an den Server wurde dann als Fehlschlag klassiert, wenn mindestens 5% der Transaktion verloren gingen.

Resultat des ersten Tests:

Resultate des ersten Magento-Speed-Tests

Die erste Grafik bedeutet in Worten, dass ab bereits ca. 12 Benutzern, die gleichzeitig durch den Webshop navigieren, diese in der Community Edition Ladezeiten von 3 Sekunden und mehr generieren, was ein typischer User nicht akzeptieren wird. Parallel dazu generieren ca. 180 gleichzeitige Benutzer in der Enterprise Edition noch keine 3 Sekunden Ladezeit.

Oder so: Die Enterprise Edition funktioniert mit 100 gleichzeitigen Shop-Besuchern besser als die Community Edition mit 10.

Für die Community Edition sind ab 100 concurrent usern übrigens darum keine Zahlen mehr angegeben, weil die Lösung dabei nicht mehr funktioniert hat.

Nun drückten die Tester im 2. Test auf’s Gaspedal:

Zusätzlich zum Full Page Caching wurde noch ein PHP Caching aktiviert, das PHP APC, ein alternativer PHP Cache.

Resultate des zweiten Tests:

Resultate des zweiten Magento-Speed-Tests

Das ist schon sehr beachtlich: Mit der Enterprise Edition benötigt das Magento-System nur gerade einmal 0.72 Sekunden, um 300 gleichzeitig agierende Shop-Benutzer mit Shop-Seiten zu beliefern! Das Fazit aus der Testreihe dürfte klar sein: Je nach Anzahl der zu erwartenden Benutzer in Ihrem Shop ist der Speed und damit die entsprechende Wahl der Magento-Edition ein sehr ernstzunehmendes Thema.

Ende des Exkurses zum Speed, weiter mit den Unterschieden der Enterprise Edition.

  • SOLR Search
    Die in vielen Projekten eingesetzte und von Magento unabhängige SOLR-Suche, die auf dem Apache Lucene-Projekt basiert, ist in der Enterprise Edition fixer Bestandteil. Damit ist die Suche nicht nur massiv schneller, sondern bietet auch diverse zusätzliche Optionen.
  • PA-DSS-Zertifizierung / Payment Bridge
    Dabei handelt es sich um eine zertifizierte Anwendung für den Geldtransfer, so dass in den Magento Enterprise Editionen beispielsweise die Kreditkarten-Daten der Benutzerinnen und Benutzer gespeichert werden können. Etwas Ähnliches oder einen entsprechenden Ersatz gibt es für die Community Edition nicht.

PayPal gehört auch Ebay, wie eben Magento. Kein Wunder, können in der EE Kreditkarten-Informationen gespeichert werden.

  • Rich Merchandise Suite
    In der Enterprise Edition ist eine detaillierte Segmentierung der Zielgruppen möglich. Eigene Felder können zu den bestehenden Eigenschaften eines Kunden hinzugefügt werden und komplexe Marketing-Aktionen lassen sich äusserst gezielt steuern.
  • dynamische, regelbasierte Produktbeziehungen
    Damit lassen sich noch ausgeklügeltere Up- und Cross-Selling-Mechanismen einbinden.
  • persistenter Warenkorb
    Mit der Unterstützung von Cookies bleibt einem der Warenkorb auch über verschiedene Besuche hinweg erhalten.
  • Warenkorb-Erinnerungen
    Ein von vielen Nutzerinnen und Nutzern sehr geschätztes Feature: Wenn ein Artikel in den Warenkorb gelegt, dann aber doch nicht gekauft wurde, kann das System später eine Erinnerung per E-Mail schicken und fragen, ob man dieses Produkt nicht doch noch kaufen möchte. Gäbig.
  • Private Sales („private Verkäufe“)
    Es gibt Stimmen, die meinen, dass Private Sales der nächste Hype im E-Commerce sind. Private Sales definiert sich wie folgt:
    Einkäufe sind nur für Mitglieder, meist auf Einladung, möglich. Dabei steht das virale Marketing im Vordergrund. Diese Einkauf-Events sind meist mit einem Start- und Enddatum versehen. Oft werden den Benutzerinnen und Benutzer der oder die Artikel im Vorfeld schon gezeigt, oft auch mit Countdown, aber ohne der Möglichkeit, diese sofort kaufen zu können.Im folgenden Video werden diese Features kurz vorgestellt:


Video auf YouTube ansehen

  • Geschenkdatenbank („Gift Registry“)
    Man kennt das von Hochzeitslisten und Ähnlichem: Persönliche Wunsch- oder Geschenkliste können anderen zugänglich gemacht werden.
  • Geschenkoptionen
    mit Grusskarten und Verpackungen
  • Treue- und Bonuspunkte
    Was in der Community Edition mit einem Plugin wie z.B. dem Sweet Tooth Rewards gelöst werden muss, ist in der Enterprise Edition enthalten: Treue- und Bonuskarten, wahlweise auch als physisch echte Karten per Post. Diese sind in der Anzahl unbegrenzt im Checkout verwendbar und User können den Karten-Restbetrag jederzeit abfragen. Auch diese Features werden in einem Video kurz erklärt:


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  • mehrere Wunschzettel gleichzeitig
  • B2B-Einkaufs-Unterstützung
    Das, was wir bei typischen B2B E-Commerce-Lösungen individuell lösen, wie beispielsweise für die E. Weber & Cie AG mit webstar.ch, ist bei der Magento Enterprise Edition bereits inklusive: Das Einkaufen nach Bestandseinheiten, bei dem man sich eine Maske vorstellen muss, in der alle benötigten Felder vorhanden sind und das Einlaufen damit enorm beschleunigt werden kann.
  • Content Management System
    Das CMS der Community Edition ist ein (nicht sehr guter) Scherz. Die Enterprise Edition bietet ein integriertes Content Management mit einer Versionierung der Inhalte, einem gut ausgestatteten WYSIWYG-Editor (what you see is what you get) und der Möglichkeit, Seiten in Navigationslisten mit verschiedenen Hierarchiestufen ablegen zu können. Aber Achtung: Mit einem ausgereiften CMS-System hat auch das nur wenig gemeinsam!

Nochmals, wenn Sie nicht genau gelesen haben: Das Magento-CMS ist eigentlich kein CMS.

  • verschiedene Backups
    sind möglich.
  • erweitertes Berechtigungskonzept
    Anzumerken ist hier, dass mit der Community Edition bereits unglaublich viel parametrisiert werden kann. Das Business-Modell muss schon sehr ausgeklügelt sein, wenn man dies auch wirklich braucht.
  • automatische Bestellungsarchivierung
    Dabei hat man auch nach der Archivierung dennoch Zugriff auf die Daten.
  • Protokollierung administrativer Zugriffe
    Falscheinstellungen können so einfach zugeordnet und rückgängig gemacht werden.
  • Datenverschlüsselung, Hashfunktionen und Schlüsselverwaltung
    Im folgenden Video erhaschen Sie einen Einblick in die erweiterten Administrationsumgebung, die mit den zusätzlichen Features einen sehr differenzierten Zugriff erlaubt:


Video auf YouTube ansehen

Fokus, Weiterentwicklung und Gewährleistung

Mit der Enterprise Edition fokussiert Magento die grösseren E-Commerce-Anbieter, die es mit dem E-Business ernst meinen und bei denen auch starker Traffic und eine gewisse Server-Last erwartet werden darf. Bei nur schon 15-20 concurrent usern, also gleichzeitigen Shop-Besuchern, kommt die Community Edition ans Limit, was eine effiziente und vernünftige Ausgabe der einzelnen Seiten betrifft (bereits über 3 Sekunden).

Die Magento Inc. hat rund um die Enterprise Edition keine erwähnenswerte Community aufgebaut, mindestens nicht, was den Core, also das Herzstück der Software betrifft. Während dies die einen kritisieren, ist es in den Augen anderer genau der wesentliche Vorteil, damit eben die Qualität, Konsistenz und die gewünschte Ausrichtung für die Zukunft gewährleistet werden können. Für den Magento-Core gibt es in der EE also ein geschütztes Recht auf Weiterentwicklung.

Nur in der Community Edition können Sie den Core ändern. Damit ist dann der Enterprise-Zug aber abgefahren.

Diese Philosophie ist eng mit der Gewährleistung gekoppelt: Für die Community Edition bietet Magento keine Gewährleistung für Schäden durch Fehler in Magento. Bei der Enterprise Edition hingegen schon. Das muss man nochmals genau lesen: Wenn also mit Einsatz der Enterprise Edition durch Fehler (Bugs) in Magento dem E-Commerce-Unternehmen Schaden entsteht, so haftet die Magento Inc. dafür. Fragen Sie mich nicht, wie dies der E-Commerce-Anbieter nachweisen muss oder wie die Haftung geregelt ist, klar scheint aber, dass Magento hier wirklich für die Core-Entwicklung gerade steht.

Bei der Community Edition haftet niemand. Natürlich ist es eben auch nicht die Agentur, welche diese Edition in einem E-Commerce-Projekt einsetzt, da sie das Produkt ja nicht entwickelt hat.

Richtwerte für die Wahl der passenden Magento-Edition

Nun gut, wenn Sie tatsächlich noch am Lesen sind, dann kennen Sie nun alle Unterschiede der beiden Editionen. Damit wir Sie bei Ihrer Entscheidung noch besser unterstützen können, haben wir die folgende Tabelle zusammengestellt, welche noch auf ein paar konkrete Zahlen etwas genauer eingeht:

Werte

  • Besucher / Mt.
  • Bestellungen / Mt.
  • Umsatz
  • Arbeitspensum Adm.
  • Projektdauer, ca.
  • Kosten, ca.
  • Betriebskosten, ca.
  • Lizenzkosten

EE

15'550.-

USD

Fazit

Anstelle einer Zusammenfassung weisen wir hier nochmals ein paar spannende Statements aus, die aus obigen Ausführungen hergeleitet werden können:

  • Entscheiden Sie sich am Anfang
    Wenn Sie mit einem Magento in der Community Edition starten, dann ist es gut möglich, dass Ihr Implementationspartner der Schwächen dieser Edition wegen ein paar Anpassungen vornimmt, wohl auch am Core. Würde man später auf die Enterprise Edition umsteigen wollen, müssten diese Anpassungen wieder entfernt werden, was nicht trivial ist und daher einen kostspieligen Weg beschreibt.
  • Denken Sie in die Zukunft
    Nehmen Sie Ihren Business-Plan nochmals in die Finger und überlegen Sie sich, wo Sie in zwei Drittel der Amortisationszeit, die Sie Ihrer Lösung attestieren, sein wollen. Wenn hierfür die Community Edition noch ausreicht, dann scheint es eine gute Wahl. Ansonsten müsste man den Business-Plan mit den USD 15’550.- nochmals neu rechnen. Bedenken Sie dabei, dass Sie mit einem Shop, der für die Anzeige einer Seite mehr als 3 Sekunden braucht, kein Geld verdienen werden.
    Concurrent User, wie oben beschrieben, lassen sich aus den gewünschten Zahlen im Business-Plan und den definierten Zielgruppen berechnen oder zumindest ungefähr herleiten.
  • Werfen Sie nochmals einen Blick zurück
    Prognosen sind schwierig und eigentlich immer falsch. Werfen Sie lieber einen Blick zurück und studieren Sie, wie sich das Business bei Ihnen vom stationären Geschäft in die Online-Kanäle verlagert hat. Gehen Sie davon aus, dass dieser Trend nicht nur anhalten, sondern sich noch verstärken wird. Extrapolieren Sie diese Überlegungen in Ihre Zahlen und in Ihren Business-Plan.

Und wenn Sie vor lauter Magento die Übersicht nun vollkommen verloren haben, dann wissen Sie ja, dass wir Sie gerne unterstützen. Spannende Links zu diesem Kontext sind:

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CEO @insigngmbh. Ich habe Freude an meiner Familie, meiner Unternehmung, daran, Dinge zu gestalten und ich liebe spannende Biografien und Menschen.

Kommentare (2)

  1. Einen normalen PC für den Test verwenden und dann immer wieder auf die 3 Sekunden im Beitrag verweisen, zeugt nicht von seriosität.

    „Testumgebung: Es war kein Server im Einsatz, sondern ein normaler Heim-PC. Es ist daher anzunehmen, dass bei einem anständigen Hosting noch etwas bessere Zahlen erwartet werden könnten. Die Spezifikation des Heim-PCs war:

    – CPU 3.16 GHz, Core 2 Duo E6500
    – 4 GB RAM DDR2
    – SATA HDD Drives (2)
    – OS: 64X Debian 5 Lenny Linux“

    • Lieber Walter

      Nun ja, es ist darum aussagekräftig, weil die beiden Editionen mit dem gleichen System verglichen wurden. Es kommt dann auch nicht wirklich so sehr auf den Rechner an. Abgesehen davon ist mein Compi so schnell wie ein handelsüblicher, 2-jähriger Server.

      Fakt ist, dass Magento ohne ein Caching schlicht zu langsam ist und man zwingend ein Caching integrieren muss. Zudem empfehlen wir allen unseren Kundinnen und Kunden auch einen dedizierten Server für ihr Magento-Projekt einzusetzen. Wir haben vor Kurzem das Projekt http://www.moebelegger.ch auf einen neuen, schnelleren Server gezügelt. Mit Caching macht das nun wirklich einen guten, schnellen Eindruck.

      Übrigens: Mit einem modernen Server ohne Caching brauchen auch heute Magento-Lösungen einer gewissen Komplexität immer noch mindestens 3 Sekunden für die Auslieferung der Seite.
      Lieber Gruss!
      Philipp

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