VMware Fusion 2.0 vs. Parallels Desktop 4.0

Sie gehören auch zum neu anvisierten Zielpublikum von Apple und wollen den Umstieg von Windows auf Mac wagen, ohne Windows ganz loszulassen? Dann nutzen Sie Parallels und vergessen Sie VM Fusion. Für Sie habe ich beides gestestet.

Wie unschwer zu erkennen ist, wird darüber nicht zum ersten Mal geschrieben: zum Artikel.
Dennoch: Kaum ein Review bringt es in wenigen Worten auf den Punkt.

Ich bin es also, das Zielpublikum von Apple. Fokussiert und mit grossem Marketing-Budget richtet sich Apple direkt an Windows-Power-User wie mich und fordert uns zum Umstieg auf. Und ja, nach Dekaden auf Windows und vielen Wochen Tests ist es nun soweit: Alle Windows-Highend-Kisten habe ich aus meinem Zuhause und Büro verbannt und wirke – nunmehr seit Wochen – erfolgreich mit ausschliesslich meinem MacBook Pro. Und trotzdem, ohne Windows geht’s nicht (mindestens nicht ohne Outlook und OneNote, über Entourage werde ich auch mal was schreiben) und darum brauchts eine Virtualisierung davon, sonst hat man ja den Mac nicht mehr.

Befragt man im AppStore ein Genius, was denn nun besser sei, Parallels oder VMware Fusion, bekommt man immer die gleiche Antwort, dass es nicht wirklich drauf an komme, dass beide Produkte toll seien. Man kann also nur probieren. Und ich probierte zuerst falsch.

VMware Fusion, welches ich zuerst installiert hatte, kann man vergessen. Parallels kann zwar im Vollbild-Modus nicht über zwei Bildschrime gespannt werden, was mir nicht wirklich einleuchtet, hat aber ansonsten nur Vorteile: Es ist massiv schneller, hat viel mehr Einstellmöglichkeiten, lastet die CPU verglichen mit Fusion nur etwa zur Hälfte aus und lässt darum auch den Fan ab und zu verschnaufen, der in VM Fusion nur noch im roten Bereich dreht. (Natürlich, ich könnte Hunderte von Vor- und Nachteilen an dieser Stelle akribisch auflisten, doch sind wir dann wieder beim umfassenden Review, was es hier aber nicht sein soll, sondern eine Entscheidungs-Empfehlung, damit meine Leser nicht so lange pröbeln müssen wie ich.)

Im windowed-Modus (Kohärenz) sind beide nicht wirklich zu gebrauchen, da Parallels mit unterschiedlichen Auflösungen bei Dual-Screen-Setups nicht umgehen kann (irgendwo im Bild ist plötzlich Schluss) und weil bei VM Fusion das Copy-Paste mit CTRL-C und CTRL-V nur noch in 50% der Fälle funktioniert. Hier können beide noch aufholen, doch genug der Details, will’s ja bündig und kurz.

Es ist mir nicht klar, wieso die Apple-Jungs hier kein klares Statement abgeben, doch muss dies irgendwie politisch sein. Nicht aber hier:
Parallels hat nicht nur die Nase vorn, sondern ist auch massiv leistungsfähiger. So leistungsstark, dass man meint, man hätte Windows native gebootet (bei mir ein Vista, Service Pack 2, installiert auf einer eigenen Partition mit BootCamp).

Übrigens, spätestens im operativen Einsatz mit VPN-Connections geht’s dann wirklich gar nicht mehr mit Fusion. Das mögen die Genies nicht wissen, da Apple sich noch nicht so sehr auf Firmen augerichtet hat – eigentlich schade. Dazu später mehr.

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CEO @insigngmbh. Ich habe Freude an meiner Familie, meiner Unternehmung, daran, Dinge zu gestalten und ich liebe spannende Biografien und Menschen.

Kommentare (11)

  1. Danke für den informativen Bericht. Bin schon lange Parallels User auf meinem MacBook Pro und bin sehr zufrieden. Brauche es meistens nur für IE Browser Tests.

    • Ist natürlich sehr gern geschehen. Der Bericht geht ja ganz und gar nicht in die Tiefe der brisanten Details, obschon ich hier seitenweise schreiben könnte. Wenn’s also noch spezifische Fragen von Ihnen oder anderen Lesern gibt, dann einfach schreiben – würde mal behaupten, dass ich dann helfen könnte.

  2. Hallo, ich danke sehr für diesen Artikel, den ich zufällig über Google gefunden habe, nachdem ich mit Fusion wegen EINER Sache verzwiefelt bin: Ich konnte zwar mein Bootcam Windows XP wunderbar benutzen und alles lieft bis auf eine Sache: Meine VPN Verbindung (über den FRITZ! Fernzugang von AVM) ließ sich nicht aufbauen, ständig kam die Meldung „keine aktive Internetverbindung gefunden“, obwohl ich in dem Windows surfen konnte und obwohl ich die „bridged“ Verbindung angewäht hatte… … wenn ich Win XP aber über Bootcamp startete, so war dies kein Problem, VPN ließ sich wie gewohnt aufbauen…

    Nun weiß ich, dank Ihres Satzes : “ Übrigens, spätestens im operativen Einsatz mit VPN-Connections geht’s dann wirklich gar nicht mehr mit Fusion. “ daß dies ein Fusion Problem ist…

    Haben Sie Erfahrungen im Aufbauen der VPN Verbindung in Windows unter Parallels? Geht das dort reibungsfrei?

    Danke!!

  3. Christian Schwamberger Antworten

    Sehr interessanter Beitrag! Danke dafür!

    Ich stehe gerade an dem Punkt das ich (leider) Office 2007 auf meinem Mac bringen muss. Muss ich dann jedes Mal XP starten? Ich meine irgendwo gelesen zu haben das man die einzelnen Applikationen wie Excel, Word & Co. andocken kann und diese dann somit jederzeit verfügbar sind ohne extra über Windows gestartet werden zu müssen. Ist dem so?

    Fragende Grüße!

    • Lieber Christian

      Keine Ahnung, was Du da genau gelesen hast, es ist so aber nicht richtig. Wenn man ein Windows-Office, sei’s Excel oder Word, bedienen will, dann braucht’s immer auch ein Windows im Hintergrund. Je nach dem, welche Virtualisierungs-Software eingesetzt wird, gibt’s dann unterschiedliche Darstellungsmodi, beispielsweise derart, dass man auf dem Mac OS nur noch das Word- oder Excel-Fenster (mit Windows-Rahmen) sieht und dieses sogar mit Icon in der Dock vertreten ist. Trotzdem aber läuft auch dann ein Windows im Hintergrund. Die Programme sind damit jederzeit verfügbar, schliesslich unterstützt die Virtualisierungs-Software auch das gemeinsame Nutzen von Harddisks und das Austauschen von Informationen mittels drag-and-drop, trotzdem aber rattert, wie schon erwähnt, parallel zum OS X auch ein Windows.

      Und ja, natürlich wird da der Arbeitsspeicher ein Thema. Mit einem 4GB-RAM-Mac kommt man mit einem Vista schnell ans Limit, auch dann, wenn man auf die 3D- und Glow-Effekte runterschraubt. Ein XP ist da sicherlich etwas weniger fordernd (gemäss Aussagen von Dritten auch das Windows 7, habe ich aber noch nicht getestet). Teilt man in einem 8GB-RAM-Mac dem Vista fix 4GB zu, dann läuft dieses tadellos. Und trotz Meldung der Virtualisierungs-Software, dass mit diesen Settings (fixe RAM-Zuteilung für das Windows) die Leistung des Mac massiv schlechter werden könne, ist dem nicht so und auch das Mac OS arbeitet wie gewohnt rasant. In dieser Konstellation werden erfahrungsgemäss permanent zwischen 6.2 und 7GB RAM gebraucht. Steht man also vor der Entscheidung, einen Mac mit 4, 6 oder 8GB zu bestellen, dann empfehle ich dann, wenn ein Windows mitbetrieben werden soll, zwingend die 8GB-Variante. Natürlich, RAM kostet bei Apple noch sehr (sehr, sehr) viel, doch ist die Zeit im Sinne von Opportunitätskosten ebenfalls zu berücksichtigen.

      Natürlich kannst Du aber auch das Office 2008 mac installieren, also die Mac-Variante. Die ist nicht zu 100% kompatibel zur Windows-Version, wie dies behauptet wird, doch lässt sich schon damit arbeiten. Kosten tut’s nur sehr wenig, weil Microsoft ja gerne auch bei den Umsteigern auf Mac nach wie vor vertreten sein will. Wenn .docx- und .xlsx-Files auf beiden Plattformen Win und Mac bearbeitet und immer wieder ausgetauscht werden müssen, dann wird’s etwas mühsam, weil die Dokumente dann unterschiedliche Umbrüche oder mal unterschiedliche Spaltenbreiten haben und beispielsweise dann, wenn ein PDF-Dokument ab einem docx-File erstellt werden soll, dieses sicherlich anders aussieht, je nach dem, ob man’s mit dem Windows-Word oder dem Mac-Word generiert (mal von den CSVs ganz zu schweigen, bei denen die Zeilenumbrüche oder Umlaute grundsätzlich anders codiert werden). Wenn man aber ein Dokument vorwiegend mit einem System bearbeitet und im anderen einfach nur lesen und allenfalls korrigieren, nicht aber in finalen Shape bringen muss, dann lässt sich’s so prima arbeiten. Wir bei insign setzen auch oftmals die gleichen Templates für beide OS‘ ein, vermerken dann aber, mit welchem System das PDF generiert wurde, damit dieses bei einem Update auch wieder korrekt dargestellt wird, wenn’s dann mit dem Word des Betriebssystems bearbeitet wird, für das wir die PDF-Version optimiert haben.

      Damit hoffe ich etwas Klarheit geschaffen zu haben und stehe für weitere Fragen immer gerne zur Verfügung.

  4. Hi,

    kurze Frage. Ich benutze seit knapp 2 Jahren ein MacBook. Ich bin soweit zufrieden, allerdings bin ich auf Excel, PowerPoint und Outlook nun wieder zunehmend angewiesen und habe 2 Optionen. (1) Ich kaufe mir ein neues Notebook. (2) Ich benutze Parallels.

    Zur 2. Option haette ich aber mehrere Nachfragen fuer die Arbeit unter Windows.
    a. Kann ich Outlook problemlos mit einem Blackberry synchronisieren.
    b. Koennen Daten problemlos zwischen den Betriebssystemen hin und her geschoben werden bzw werden die gleichen Ordner benutzt. Ich habe relativ wenig Ahnung wie sowas funktioniert.
    c. Mit am Wichtigsten: Funktionieren die Excel 2003 Shortcuts dann auf der Mac Tastatur. Das waere entscheidend fuer die effektive Arbeit.

    Besten Gruss, Marvin

    • Lieber Marvin

      Gerne beantworte ich Deine drei Fragen.

      a) Ja, mit Parallels ist das Windows wirklich gleichwertig, man kann also so arbeiten, als gäbe es keinen Mac. Wenn Du Parallels zudem mit BootCamp installierst (BootCamp ist im OS X mit dabei), dann kannst Du das so einrichten, dass Windows auch native gebootet werden kann (ab einer eigenen Partition). Das habe ich auch so eingerichtet und brauche das native-Booten aber nur dann, wenn ich mal wirklich restlos jegliche Power der Maschine brauche (Windows-Games), ansonsten arbeite ich ausschliesslich über Parallels ab Mac. Du wirst also problemlos Outlook mit Deinem Blackberry wie gewohnt synchronisieren können.

      b) Ja, die Daten können problemlos hin- und hergeschoben werden, resp. auch in den Ordnern belassen werden, auf die Du dann von beiden Systemen her zugreifen kannst. Dies gilt natürlich nur immer dann, wenn Du Windows in Parallels betreibst, sprich das Mac OS X gebootet ist. Wenn Du wie oben beschrieben Windows native bootest, dann sieht das natürlich nur die Windows-Partition und damit keine Mac-Drives oder -Files. Du wirst es aber meist ausschliesslich in Parallels brauchen, und da ist das wirklich kein Problem.

      c) Ich weiss natürlich nicht, welche Excel 2003-Shortcut Du benutzt, doch bei meinem Excel 2007 tun die meisten wie gewohnt, beispielsweise die Zelleneigenschaften über CTRL-1. Ohne nun die Details zu kennen würde ich da auch mit Ja antworten.

      Lieber Gruss!
      Philipp

    • Lieber Jens

      Ja, das funktioniert einwandfrei, vorausgesetzt, der Exchange-Server steht bereit. Es ist hier genau gleich, wie wenn das Windows native auf einem PC betrieben würde. Unter Parallels läuft’s einfach auf Mac, ist aber sonst wirklich ein echtes Windows.

      Lieber Gruss!
      Philipp

      P.S. Im Übrigen habe ich nun ein Windows 7 auf Mac unter Parallels am laufen: Das ist nochmals massiv schneller als Vista, dank aufgeräumtem Betriebsystem und voll unterstützter 64-Bit-Technologie. Wirklich prima und sehr empfehlenswert.

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