Desktop-Computer – die sterbenden Dinosaurier

10 gute Gründe, wieso Sie keinen Desktop-Computer mehr brauchen und mit ihm gleich ein paar mühsame Probleme loswerden.

10 gute Gründe, wieso Sie keinen Desktop-Computer mehr brauchen und mit ihm gleich ein paar mühsame Probleme loswerden.

Im Internet ist man sich nicht immer ganz einig, was denn alles unter dem Label „Desktop-Computer“ zusammengefasst werden soll. Dieser Beitrag unterscheidet dabei nicht zwischen Midi-, Mini- oder sonst einem Gehäuse, sondern zwischen stationären PCs oder Macs am Arbeitsplatz und der Gattung der Laptops und Notebooks.

Die Empfehlung ist simpel: Werden Sie alle Ihre Desktop-Computer los und freuen Sie sich über die wiedergewonnene Freiheit! Warum? 10 gute Gründe für den alleinigen Einsatz eines portablen Computers, hier in der Form eines Macbooks:

  1. Systempflege und Desktop-Organisation
    Natürlich gibt’s Software-Tools für die Synchronisation von System-Einstellungen und Desktop-Organisationen, doch brauchen die Zeit und setzen beispielsweise eine permanente Internetverbindung voraus. Wenn Sie nur noch mit einem Macbook arbeiten, dieses überall dort, wo Sie sind, einsetzen, also im Büro und zu Hause, dann brauchen Sie sich nicht mehr darum zu kümmern, welche Systemeinstellungen Sie gerade vorher zu Hause geändert haben, die Ihr digitales Leben einmal mehr vereinfachten. Die Einstellung ist einfach gemacht und da. Basta.
  2. Globale Programmeinstellungen
    Sie erfassen in beispielsweise MS Word Daten in einer Tabelle. Immer beim Tippen auf den Tabulator ändert Word den ersten Buchstaben des Inhaltes der Zelle zuvor in einen Grossbuchstaben, was Sie aber gar nicht wollten. Sie kämpfen sich also durch die Rechtschreibe- und Autokorrektur-Einstellungen und finden endlich die Checkbox, in welcher dieses Feature deaktiviert werden kann. Doch kaum im Büro angekommen wandelt Word den ersten Buchstaben nach dem Tabulator-Klick erneut in einen Grossbuchstaben um — also ändern Sie die Einstellungen zum zweiten Mal. Mit nur einem Computer entfällt dieses nervige, doppelte Programm-Pimpen.
  3. Business-Daten unterwegs up2date
    Sie haben einen wichtigen Termin, bei dem Sie wichtige Daten präsentieren müssen. Da Sie Ihren Laptop aber nur sporadisch brauchen haben Sie entweder keine aktuellen Daten drauf oder meinen einfach nur, dass die aktuell seien. Die wirklich aktuellen Daten sind auf dem Desktop-PC. Und jetzt stellen Sie sich vor, wenn Sie nur noch mit einem Macbook arbeiten: Egal wann auch immer Sie los müssen, Sie haben alle Daten auf dem aktuellen Stand mit dabei, ohne irgendetwas vorbereiten oder kopieren zu müssen.
  4. Umfassendes Backup an verschiedenen Orten
    Wenn Sie noch nie einen Harddisk-Crash hatten, dann wissen Sie nicht wirklich, wovon ich spreche. Ansonsten ist dies Musik in Ihren Ohren: Stellen Sie sich einfach nur vor, dass Sie alle privaten und geschäftlichen Daten auf dem Macbook haben. Mit einer Backup-Routine wie TimeMachine werden diese Daten nun permanent im Büro und zu Hause inkrementell gesichert – automatisch und ganz ohne Ihr Zutun. Haben Sie eine Ahnung, was alles brennen oder in Fluten untergehen müsste, damit Sie wirklich alle Ihre Daten verlieren?
  5. Passworte gespeichert
    Viele Programme helfen, dass nicht immer alle Passwort neu eingegeben werden müssen. Wenn Sie mit unterschiedlichen Systemen arbeiten, kommt es leider immer mal wieder vor, dass bei einem Programm auf System A das Passwort gespeichert wurde, auf System B aber nicht. Meist kennt man seine Passworte ja, ist also nicht wirklich tragisch, aber einfach mühsam. Und mit dem Einsatz nur eines Macbooks lässt sich auch diese Mühseligkeit weggepusten.
  6. Musik und Podcasts jederzeit griffbereit
    Auch in diesem Bereich helfen die Synchronisierungs-Applikationen nur beschränkt weiter. Mit lustigen Cloud-Storages kann man zwar einfach ganze Folder synchronisieren, doch sind es dann nur die Daten, die synchronisiert werden. Ein Programm wie iTunes weiss dann nicht wirklich, bei welcher Minute Sie den Podcast gestoppt hatten, damit der an der richtigen Stelle weiter gehört werden kann. Es braucht nicht viel Vorstellungskraft: Mit nur einem Macbook haben Sie Musik und Podcasts immer dabei und können auch jederzeit und überall eine gute CD rippen. Eine ganz neue Dimension für alle möglichen Parties (Sound out und zum Sound in).
  7. Private-Daten omnipräsent
    Auch wenn Sie im Büro sitzen, kann es mal sein, dass Sie ein E-Mail erhalten, auf das Sie gerne mit einem privaten Foto antworten würden. Im klassischen Setup kommt Ihnen die Idee sicherlich gar nicht erst in den Sinn, jedoch mit dem Einsatz nur eines Macbooks, auf dem alle Ihre Daten sind, finden Sie auch immer das gesuchte Bild.
  8. Browser-Bookmarks und Verlauf
    Richtig, auch hier gibt es Tools, mit denen man Bookmarks synchronisieren kann. Es sind dann aber gewöhnlich immer nur die Bookmarks. Vielleicht aber erinnern Sie sich im Büro, dass Sie zu Hause gerade noch eine Website mit interessanten Informationen für Ihr Tun gesehen hatten, können aber nun im Büro den Browser-Verlauf nicht mehr durchstöbern. Das ist mühsam. Doch auch hier hilft der Einsatz nur eines Systems.
  9. Pflege des Betriebssystems
    Das Service Pack 2 von Windows Vista ist so lange ja noch nicht publiziert worden. Wenn Sie’s bereits installiert haben, dann wissen Sie, dass dies eine Ewigkeit geht. Und wenn’s dann nicht die doppelte Ewigkeit sein soll, so hilft der Einsatz nur eines Systems. Ganz generell ist es unglaublich befreiend, wenn man nur noch ein Betriebssystem pflegen muss (oder eines pro Typ, das man auf seinem Macbook installiert hat).
  10. High-end Hardware
    Der Computer ist Ihr tägliches Werkzeug, doch im Büro stellt man Ihnen nur eine staubige, flackernde Kiste hin? Oder umgekehrt fliegen im Büro die Programme mit einem Mordsprozessor nur so auf und zu, doch zu Hause nimmt das Warten kein Ende? Dann ist ein einmaliges Investment in eine mobile Station das Richtige. Einige Firmen bieten dafür schon spannende Modelle an, dass beispielsweise ein bestimmter Betrag für die freie Wahl des Computers am Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt wird, den man beliebig aufstocken und damit sein Wunschgerät kaufen kann. In definierten Schritten geht die Gesamtmaschine dann in den Besitz des Mitarbeiters über, beispielsweise innerhalb von drei Jahren, nach denen dann das gleiche Budget erneut zur Verfügung gestellt wird und das bisherige System dem Mitarbeiter gehört, sofern sich dieser in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befindet.

Als Hardware-Freak hatte ich in meiner Karriere vieles ausprobiert und setze nun seit einigen Monaten nur noch ein Macbook Pro ein, welches ich zu Hause und im Büro gleichermassen an einen zusätzlichen Monitor, eine Tastatur und eine Harddisk anschliesse (TimeMachine). Ich hatte noch nie so wenig Zeit mit der System- und Anwendungspflege verbringen müssen, wie jetzt. Und ich schätze alle oben aufgeführten Vorteile Tag für Tag.

Beim Macbook habe ich nicht gespart, das ist korrekt, doch die wiedergewonnene Zeit, kombiniert mit der Effizienzsteigerung und der Freude über das ideale Setup sind mehr als ausgleichend.

Es ist also Zeit zu bedenken, ob man im Alltag wirklich mehrere Computer braucht. Desktop-Computer sind meiner Meinung nach Dinosaurier und bringen keine Vorteile mehr gegenüber neuen, leistungsstarken Laptops. Die Zeiten, in denen ein Laptop die Leistung eines Quad-Midi-Towers nicht bieten konnte, sind indessen mit den neuen Macbook Pros längst Geschichte (habe ich mit Benchmark-Tests verifiziert, ist aber nicht Thema dieses Blog-Beitrags).

Als einziger Nachteil kann allenfalls der Totalausfall genannt werden, der bei einem nicht redundanten System eintreten kann. Doch ist laut Gerüchten Microsoft dabei, den Apple Stores Konkurrenz zu machen. Microsoft hat dafür bereits den treibenden Store-Location-Finder-Mitarbeiter von Apple abgeworben und will in Kürze in Kalifornien erste Läden uns Service-Center eröffnen. Dann wird man also auch mit einem Lenovo wie heute schon mit einem Macbook jeden Abend bis 22.00 Uhr an der Bahnhofstrasse Support geniessen können, wodurch das Problem dann nicht mehr so gravierend ist.

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CEO @insigngmbh. Ich habe Freude an meiner Familie, meiner Unternehmung, daran, Dinge zu gestalten und ich liebe spannende Biografien und Menschen.

Kommentare (2)

  1. Sehr interessanter Beitrag und diese Argumentationskette würde ich auch unterschreiben, wogegen ich die Gewichtung anders verteilen würde.

    Die von Dir beschriebenen Situationen geben den Einsatz im privaten und SoHo-Umfeld wieder. In einer grösseren Corporate-Umgebung sind die Argumente zwar ähnlich, jedoch dürfte dort die Lösung Terminal-Dienste in Verbund mit VPNs, Remote-Backups uva. andere heissen. Damit wären die Argumente mit Desktop-Pflege, Programm-Settings und OS-Patching erfüllt. Sozusagen zurück zum Thin-Client.

    Ob Apple bereits umfassende System-Admin Tools für den Corporate-Einsatz bereit hält, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Jedoch dürften Meldungen von „corporte-computing-fremden“ Anbietern wie Apple, die sich vorbehalten, über Remote-Zugriff Daten auf mit ihren Anwendungen betriebenen Systmen zu löschen, das ultimate „No Go“ des Security-Verantwortlichen provozieren. In diesem Zusammenhang sei auch die jüngste Aktion von Amazon mit der Löschung von einigen Inhalten auf ihren Kindles über Remote-Zugriff erwähnt oder gar die irrsinnige Installation von Root-Kits durch Sony vor einigen Jahren (http://de.wikipedia.org/wiki/Rootkit).

    Auch würde ich im professionellen Einsatz die Verfügbarkeit von Ersatz-Systemen bei einem Totalausfall massiv höher gewichten. Da nützt mir eine Service-Station mit Fachpersonal (wenn es denn solches heutzutage noch gibt) nichts, da muss umgehend ein Ersatz-System zur Verfügung stehen.

    Verschiedentlich bringst Du das Thema „Synchronisation“ zur Sprache. Synchronisation ist jedoch nur ein Bedürfnis, wenn die Information nicht auf einem zentralen System jederzeit verfügbar ist. V.a. Bookmarks gehören m.E. schon lange nicht mehr auf lokale Maschinen sondern werden über Social-Bookmarks wie http://del.icio.us, Mr. Wong oder via Google-Toolbar gepflegt. Und sind damit jederzeit und unabhängig vom Systmen verfügbar. Internet-Verbindung vorausgesetzt, aber die braucht’s ja ohnehin für die Verwendung von Bookmarks. Und ob Browser-Verläufe in Zeiten erhöhter Sicherheits-Awareness überhaupt noch gespeichert werden sollten, wage ich zu bezweifeln.

    Wie eingangs erwähnt, perfekt für den privaten und KMU-Einsatz. Jedoch für den Corporate-Einsatz (noch) nicht – ich lasse mich aber nur sehr gerne vom Gegenteil überzeugen.

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